Autohaus Lamberg

Strom für die Zukunft

Foto: Mayr
Geschäftsführerin Marie-Therese Lamberg (l.) mit den Mitarbeitern Simone Grimling, Erich Bauer und Daniel Decker.
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Ende vergangenen Jahres wurde bei Lamberg in Wolkersdorf eine E-Tankstelle errichtet. In Kürze soll diese Ladestation öffentlich zugänglich gemacht werden. Das Interesse der Kunden ist groß.

von: Mag. Cordelia Mayr

Autohändler Josef Lamberg weiß, was er an seiner Tochter Marie-Therese hat. Zuerst studierte sie Wirtschaftswissenschaften und Recht. Nach vierjähriger Tätigkeit als Bilanzprüferin bei einem internationalen Unternehmen kehrte Marie-Therese Lamberg 2015 in das eigene Familienunternehmen zurück. Der Vater leitet den Stammbetrieb mit Marken der Porsche Austria in Wien Brigittenau, sie selbst führt nun ein weiteres Autohaus der Lambergs in Niederösterreich. „Hier in der Gemeinde Wolkersdorf bin ich aufgewachsen“, erzählt die Neo-Geschäftsführerin stolz. Die Betriebsgröße sei überschaubar, sagt sie bescheiden.

Insgesamt sind am Standort Wolkersdorf 30 Mitarbeiter beschäftigt, 2016 wurden 200 Fahrzeuge verkauft, davon 120 neue Pkw und Nutzfahrzeuge und 80 gebrauchte. „Ich weiß, welche Zahlen wichtig sind und welche zu vernachlässigen sind“, erklärt die gelernte Betriebsprüferin. Es mache ihr in der NÖ-Filiale viel Spaß und sie wisse, wofür sie ihren ganzen Einsatz gebe.

Erst im Oktober 2016 wurde eine E-Tankstelle am Gelände des Autohauses in Wolkersdorf implementiert. „Ich sehe in der E-Mobilität die Zukunft“, nennt Marie-Therese Lamberg den Grund der Investition. Vom Design sieht die silberne Zapfsäule mit einem Dach wie eine herkömmliche Tankstelle aus. Die Firma Schrack lieferte das Modell, die Anzeige implementierte Siemens. Mit 24 kW ist ein beschleunigtes Laden möglich. Somit ist in einer halben Stunde der Elektro-Dienstwagen – ein e-up – vollgetankt. Die Investitionen der Ladesäule, die am Parkplatz mit dem blauen Feld „E-Station“ gekennzeichnet ist, beliefen sich auf zirka 12.000 Euro. „Die Kennzeichnung kommt von VW“, ergänzt die Geschäftsführerin.

Zwei Leihwägen der firmeneigenen Leihwagenflotte fahren bereits mit Strom. „Es ist wichtig, dass die Kunden E-Autos testen können, das dient ja auch der Werbung“, macht Lamberg immer wieder die Erfahrung. Von Ende 2015 bis jetzt konnten zwei reine E-Autos und Hybrid-Fahrzeuge verkauft werden. Es würden sich sowohl Privatpersonen aber auch Firmen dafür interessieren. „Steuerlich ist das E-Dienstfahrzeug ja beim Sachbezug begünstigt“, führt die Geschäftsführerin ins Treffen. 

„Hier gibt es ein stärkeres Interesse für E-Mobilität als in Wien“, meint Lamberg. Das hänge wahrscheinlich damit zusammen, dass die Einfamilienhaus-Struktur leichter für das Aufladen eines E-Fahrzeugs ist. Inzwischen spricht sich schon herum, dass VW Lamberg ein E-Stützpunkt ist. „Wir haben die Mitarbeiter in E-Technologie geschult und wir haben auch in dementsprechendes Werkzeug investiert“, so Lamberg. Die beiden angestellten Verkäufer können die Kunden kompetent über die Unterschiede der verschiedenen Antriebstechnologien der hier angebotenen Fahrzeuge informieren.

Gratis Stromtanken

In der Schrack-Technologie wurde das Ladesystem CCS (Combined Charching System) implementiert. Das standardisierte System ist sowohl für Gleichstrom als auch Wechselstrom geeignet. In Europa basiert CCS auf der Typ-2-Fahrzeugkupplung. Und die wurde mit zwei zusätzlichen Gleichstrom-Steckerpolen (Combo 2) erweitert (siehe Bild). Somit lassen sich mit CCS ausgerüstete Fahrzeuge – wie beispielsweise VW – sowohl mit Typ 2 als auch mit Combo 2 aufladen.

Beide Steckertypen – Typ 2 und Combo 2 – gehören in der EU zu den Standardsteckverbindungen  bei Ladeleistungen über 3,6 kW für Wechselstrom und über 22 kW für Gleichstrom. 

„Wir verrechnen natürlich nichts für das Stromtanken, was ja auch gar nicht erlaubt ist“, sagt Lamberg. Sie habe sich einmal ausgerechnet wie hoch die Stromkosten eines E-Autos sind und sei dabei auf vier bis sechs Euro pro Ladung per 100 Kilometer gekommen. Also sehr gering.

Es ist geplant, die E-Tankstelle öffentlich zugänglich auch außerhalb der Öffnungszeiten zu machen und erst dann Infrastrukturkosten zu verlangen, die mit dem Handy beglichen werden können. „Das Bezahlsystem schützt vor Vandalismus“, sieht Lamberg den Vorteil. 

VW hat bis 2025 vor, 30 neue E-Modelle auf den Markt zu bringen. Im April wird zum existierenden e-up der neue E-Golf herauskommen. „Der E-Golf wird eine bessere Reichweite haben und ist besser ausgestattet“, sagt Lamberg. Im Prospekt ist eine Reichweite von 300 Kilometern angegeben. Die Geschäftsführerin möchte zuerst selbst testen, um wie viele Kilometer weiter der Strom reicht, bevor sie eine genaue Zahl angibt. Durch den Bremsvorgang wird beim neuen E-Golf Energie wieder zurückgewonnen. Alle E-Autos von VW verfügen über eine Automatik-Schaltung. Die Akkus sind im Gesamtpreis inkludiert. „Auf die Batterien gibt es acht Jahre Garantie, das ist etwa die Nutzungsdauer eines Erstbesitzers“, sagt Lamberg.

Vielfältige Investitionstätigkeit

In den letzten zwei Jahren wurde am Standort Wolkersdorf, der davor einen anderen Eigentümer hatte, nicht nur in E-Mobility viel investiert. Seitdem das NÖ-Unternehmen in Besitz der Lambergs ist, flossen 500.000 Euro in Erneuerungen, allein 200.000 im Jahr 2016. Der Schauraum wurde leicht erweitert und eine Glasfront ersetzt nun einen Teil der gemauerten Außenwand. Auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern haben sieben bis acht Fahrzeuge Platz. „VW und VW Nutzfahrzeuge beziehen wir über den Wiener Betrieb als Agent; Seat, Audi und Skoda werden nur vermittelt. In Wien sind wir „A-Händler“ für VW und VW- Nutzfahrzeuge und Skoda“, erklärt Lamberg. Für Seat und Audi ist sowohl der NÖ- als auch der Wiener Betrieb nur Vermittler in Kooperation mit dem Autohaus Waldviertel.

Investiert wurde auch in ein neues Reifenhotel, durch das jetzt 900 Garnituren Platz haben. Die deutsche Firma Scholz stellte ein Gebäude in Leichtbauweise auf und übernahm auch gleich die Einrichtung samt Staplern. Vom Baumeister wurde vorher nur die Bodenplatte implementiert.

Gut ausgestattete Werkstatt

„Wir haben 3.000 aktive Werkstättenkunden“, sagt Lamberg. Vor Ort ist neben der Kfz-Werkstätte, eine Spenglerei und Lackiererei. In der Werkstätte befinden sich zehn Arbeitsplätze, 12 Hebebühnen kommen zum Einsatz. Bis zu 30 Durchgänge können gezählt werden. Angenommen werden vor allem markeneigene Fahrzeuge. „Wenn ich aber jemandem helfen kann, mache ich das gerne“, sagt die Chefin. Eine Waschstraße und -box stehen für interne Waschaktivitäten zur Verfügung, Innenreinigung wird verkauft.

Die Kunden kommen aus der Gemeinde Wolkersdorf, aber auch aus den Wiener Außenbezirken 21 und 22. „Sie schätzen das Hol- und Bringservice, das sich bewährt hat“, sagt Lamberg.

In den Werkstätten sind fünf Lehrlinge beschäftigt: Drei in der allgemeinen Kfz-Werkstatt, einer im Karosserie-Bereich und einer im Lager. Für die Kfz-Werkstatt wird jedes Jahr ein neuer genommen. „Fast alle Jugendliche bleiben nach Beendigung der Lehre im Betrieb“, ist Lamberg stolz. 


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