Test: VW Amarok Aventura

Express-Zuschlag

Robert May
Robert May

Außen Business, innen Luxus? Oder besser gesagt: Arbeitstier und Limousine in einem? Unterwegs im VW Amarok, der wie ein Wandler zwischen den Welten wirkt.

von: Roland Scharf

Warum auch in Österreich die Gattung der Pick-ups immer beliebter werden, lässt sich auf einen einzelnen Faktor recht nüchtern herunterbrechen: Ist die Ladefläche mindestens so lang wie 50 Prozent des Radstands, ist er vorsteuerabzugstauglich. Ein starkes Argument natürlich für alle Gewerbetreibenden, und dennoch ist es ja oft so eine Sache, dass sich Nutzfahrzeuge nun einmal so fahren lassen wie Nutzfahrzeuge: knochig, mühsam und etwas lahm. Sich aber einen zweiten Wagen nur für die nobleren Termine und langen Touren anzuschaffen kann sich aber auch kaum jemand leisten. Ja und genau hier tritt der Amarok auf den Plan.

In facegelifteter Variante versucht es der große VW nämlich noch stärker, einerseits all die Vorteile eines Pritschenwagens zu bieten, wie seine Klasse offiziell heißt. Andererseits aber so viel Komfort wie ein ausgewachsener Pkw seinen Insassen bereitstellen. Und das macht er gleich auf mehreren Gebieten: Da wäre zum einen der Fahrgastraum. Unser Testexemplar ließ eigentlich keine Wünsche offen. Es gab von feinem Ledergestühl über eine Klimaautomatik bis hin zu Einparkhilfe und Rückfahrkamera eigentlich alles, was man von all den Limousinen, SUV und Kombis kennt. Dazu kommt aber die unvergleichlich hohe Sitzposition und dieser spezielle Flair, ein Büffel von Auto zu steuern, was auch mit der aufrechten Sitzposition und den großen, senkrecht stehenden Scheiben zu tun hat. Aber das ist noch nicht alles.

Denn der entscheidende Faktor lässt sich mit einem Blick auf die Mittelkonsole ausmachen. Normalerweise thront dort ein langer Schalthebel, mit dem man in einem grobschlächtigen Getriebe herumrührt. Hier aber: ein schlanker Automatikwählhebel, denn die letzte Modellpflege verbannte den Zweiliter-TDI. An seine Stelle trat der V6-Diesel mit drei Litern Hubraum und Achtgang-Wandlerautomatik, und diese Kombination macht aus dem Amarok einen streichelweichen Büffel.

Robert May

Seidenweich ziehen die 580 Newtonmeter Drehmoment an, arbeiten sich geschmeidig durch die Gänge und wuchten den 2,3-Tonnen-Allradler voran, dass man den Eindruck bekommen könnte, mindestens 800 Kilo weniger unterm Hintern zu haben. All das kombiniert der VW mit einer angenehmen Geräuschkulisse, die ihn auch zu einem souveränen Langstreckenbegleiter macht, der auch das Spiel des Komforts mühelos beherrscht.

Natürlich lassen sich das die Wolfsburger entsprechend entlöhnen. Nur kosten ein herkömmlicher Pritschenwagen und ein Vertreterkombi dazu deutlich mehr. Und andererseits hat die Kombination aus stattlicher Ladefläche, voller Alltagstauglichkeit und den Fahreigenschaften einer Mittelklasselimousine einen ganz besonderen Reiz, wie ihn ein herkömmlicher Pkw nie bieten wird können.

Robert May

Technische Daten

VW Amarok Aventura V6 TDI Aut.

Abmessungen: 4035/1734/1474 mm L/B/H.
Kofferraum: 326-1042 Liter.

Preis: 56.520 Euro.

Motor: Sechszylinder-Diesel

Hubraum: 2967 ccm

PS/kW: 258/190

Drehmoment: 580 Nm

Verbrauch: 8,7 l Diesel

CO2: 229 g

Tankinhalt: 80 l

Leergewicht: 2329 kg

Garantie: 3 Jahre

Serviceintervall: 30.000 km/jedes Jahr


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