TEST: Volvo V60 T6 AWD Inscription

Mut zur Nische

Robert May
Robert May

Volvo kehrt zurück in die Klasse der souveränen Mittelklassekombis. Und der V60 beherrscht sein Handwerk besser als alle seine Vorgänger zusammen.

von: Roland Scharf

Wenn es etwas gibt, das Volvofahrer auszeichnet, dann ist es ihre Markentreue. Bei einem Schweden weiß man einfach, woran man ist. Solidität, Platz, Sicherheit - es gibt wenig, was man an den Modellen aussetzen kann, die in neuester Fassung zudem auch noch ziemlich fesch geworden sind. Jedoch: Das Format des Alleskönnerkombis ging in letzter Zeit ein wenig verloren. XC90, XC60 und auch der kleine XC40 sind zwar tadellose SUV und der V90 ein gewaltiges Vehikel - aber für viele kein echter Nachfolger für den kürzeren, aber kaum unpraktischeren V70.

All das soll der V60 nun ändern. Er ist im Vergleich zu seinem Vorgänger nämlich um gut 14 Zentimeter länger geworden, was ihn zum eigentlichen Nachfolger des seligen V70 macht. Möglich macht das alles die SPA-Plattform (Skalierbare Produkt-Architektur), auf der praktisch alle neuen Volvos basieren. Das beschert dem V60 nicht nur einen großen Radstand und eine ähnlich lässige Form wie dem V90. Er ist auch vollgestopft mit interessanter Technik. Allem voran der hochgestellte Touchscreen, der praktisch alle Funktionen bündelt, von der Navigation bis zur Klimaanlage. Dadurch gibt es zwar kaum mehr Knöpfe und Schalter, was den Innenraum sehr übersichtlich und aufgeräumt gestaltet. Das surfen in den Untermenüs erfordert aber eine gewisse Eingewöhnung - vor allem bei häufigen Befehlen, wie etwa dem Aktivieren der Sitzheizung.

Robert May

Technisch lassen die Schweden jedenfalls nichts anbrennen. Zwar verfügen alle V60 über den gleichen Basismotor mit vier Zylindern, zwei Litern Hubraum und natürlich Turbolader. In der von uns gefahrenen Konfiguration namens T6 kommen aber solide 310 PS zustande, die dank Automatik und Allrad den Kombi mehr als nur standesgemäß vorantreiben. Man hat das aufgrund des Diesel-Wahnsinns der letzten Jahre ja schon fast vergessen, wie geschmeidig und homogen so ein Benziner ans Werk geht. Fast lautlos und ohne nennenswerte VIbrationen schiebt der V60 voran, bietet dank des breiten Drehzahlbands wesentlich mehr Fahrkomfort als die knatterigeren Dieselkollegen. Sicher muss es einem das Wert sein. Schließlich beginnt der T6 bei 55.500 Euro. Doch andererseits startet der nur 150 PS starke D3 auch erst bei 46.971 Euro, wenn man ihn mit Allrad und Automatik haben möchte. So viel Unterschied ist da also gar nicht mehr.

Und geht es nach Volvo, muss man sich auch gar nicht für ein bestimmtes Auto festlegen. Wenn, ja wenn man sich für Care by Volvo entscheidet. Dabei handelt es sich um eine Art Abo-System, über das man seinen neuen Wagen nicht mehr kaufen oder leasen muss, sondern einfach mietet. Das heißt: Für einen monatlichen Fixbetrag sind nicht nur alle Kosten, von Steuer und Versicherung bis hin zu Service und Räderwechsel abgegolten. Man kann sich auch alle zwei Jahre einen neuen Volvo gönnen - ähnlich wie bei einem Mobilfunkvertrag. Nur dass der Touchscreen des V60 deutlich cooler ausgefallen ist als jedes noch so spacige Smartphone.

Robert May

Technische Daten.

Volvo V60 T6 AWD Geartronic Inscription
Abmessungen: 4761/1850/1433 mm L/B/H
Kofferraum: 529-1364 Liter.
Preis 59.213 Euro
Motor: Vierzylinder-Benziner
Hubraum: 1969 ccm
PS/kW: 310/228
Drehmoment: 400 Nm
Verbrauch: 7,4 l
CO2: 171 g
Tankinhalt: 54 l
Leergewicht: 1690 kg
Garantie: 2 Jahre
Serviceintervall: 20.000 km/jedes Jahr


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