Waschen wie Millionäre

Eine Waschstraße, die ein Auto bis in den letzten Winkel säubert? Genau das möchten Oberscheider und Sonax mit einem völlig neuen Konzept erreichen. Ein Lokalaugenschein wie in einer anderen Welt.

Ist hier überhaupt jemand? Alles wirkt ein wenig gespenstisch an der Mariazeller Straße in St. Pölten vor dem dunklen Neubau, auf dem unübersehbar in gelben Lettern Oberscheider Car Wash prangt. Nichts von der üblichen Waschanlagenatmosphäre mit Fußräume staubsaugenden Taxlern, trockenwischenden Autofreaks oder zweier Streithähne, die sich darüber zanken, wem der letzte freie Platz denn nun zusteht. Und doch: Immer wieder rollen Autos hinein und auch wieder hinaus, und zwar erstaunlich glänzend.

Oder um es anders zu sagen: Wer glaubt, zum Thema Waschstraßen schon alles gesehen zu haben, wird sich eines Besseren belehren lassen müssen, denn die Anlage arbeitet nicht nur erschreckend gut. Es ist das ganze Drumherum, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Doch der Reihe nach.

Gezahlt wird natürlich am Automat, das Kassenhäuschen gibt es eigentlich nur mehr für Notfälle. Wer sein Auto aussaugen möchte, kann dies in einer großzügigen Halle machen, wo es nicht nur nicht zieht und angenehm warm ist. Es gibt auch Putzmittel und Getränke aus dem Automaten, dazu Druckluftausblaspistolen, um auch wirklich den letzten Winkel der Lüftungsdüsen am Armaturenbrett sauber zu bekommen. Und: Auch die klassische Vorwäsche vor dem eigentlichen Start des Waschprogramms – klassisch von einem Mitarbeiter mit Lanze durchgeführt – entfällt hier völlig. 

Die Technik allein muss sich also um alles kümmern, und das hat natürlich auch ganz andere Anforderungen an die Waschchemie gestellt. „Die Herausforderung war, dass unsere Mittel das trotzdem schaffen“, erzählt Marcus Bonizzato von Sonax über die Hausaufgaben, die seine Chemiker mit auf den Weg bekommen haben. Natürlich gibt es spezielle Sprüheinrichtungen für die Front und den Heckbereich des zu reinigenden Wagens, die gezielt die Bereiche erreichen, die von den Rollen und Walzen sonst immer unerreichbar sind. Und dennoch: „98 Prozent macht die Chemie, den Rest die Maschine“, ergänzt Bonizzato und zeigt damit, wie groß die Herausforderung in diesem speziellen Fall war.

Schwierig war vor allem die richtige Dosierung zu finden, damit die verwendeten Mittel nicht zu aggressiv ans Werk gehen. Doch hier kommt die großzügige Bauweise der Anlage zu Gute, denn worauf besonderen Wert gelegt wurde, war eine möglichst lange Einwirkzeit zu gewährleisten, ehe es zum nächsten Waschschritt geht. Inzwischen kümmern sich spezielle Rollen und mitdrehende Bürsten um die Problemzonen der Automobile, behandeln Schweller extragründlich und auch die eigentlich nie ganz sauberen Felgen bekommen so eine großzügige Abreibung.

Spannend wird es dann noch kurz vor Schluss, wenn das Nano Wachs in Aktion tritt. Dieses wird flächig aufgetragen, man rollt mit dem Wagen wie auf eine Wand aus weißem Schaum zu. „Kationische Tenside sorgen für eine hohe Konservierungsleistung, das Abplatzen passiert unmittelbar danach, noch bevor wir mit demineralisiertem Wasser spülen“, ergänzt xxxx, und tatsächlich: Der typische Abperleffekt, den man von polierten Autos kennt, tritt unmittelbar nach dem Auftragen des Wachses bereits auf. Die Haltbarkeit beträgt mehrere Wochen, und die Auswirkungen für den Kunden sind gerade in der kalten Jahreszeit sehr schnell spürbar: „Den Schnee auf dem Auto kann man ganz leicht einfach herunterschieben, so glatt ist die Oberfläche“, sagt Bonizzato, ehe die großzügig bemessenen Trocknungsanlagen zu Werke schreiten und praktisch jeden Tropfen auf der Karosserie beseitigen.

Und das Ergebnis? Besser hätte man den Wagen von Hand auch nicht waschen können. So schnell jedenfalls sicher nicht.


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